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Pressespiegel:

Düren, 03. November 2008
aus "Jülicher Nachrichten" vom 03. Nov. 2008

Tariferhöhungen haben Konsequenzen

Das Forschungszentrum Jülich streicht 30 Ausbildungsplätze. Viele Zeitverträge werden nicht mehr verlängert.
Versprachen d. FZJ-Betriebsrat m. ihrer Vorsitz. Conny Jebsen (2.v.r.) Unterstützung; Liesel Koschorreck (l.), Karl Schultheis (2.l.) u.Dietmar Nietan,Vorsitz.SPD Region Mittelrhein
Jülich. Dass die Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst überfällig waren, unterstreicht Betriebsratsvorsitzende Conny Jebsen vom Forschungszentrum Jülich. Dass diese aber durch das laufende Budget aufgefangen werden müssen, sei nicht tragbar. Unterstützung erhält sie von der SPD-Landtagsfraktion, angeführt von Karl Schultheis, dem forschungspolitischen Sprecher der SPD.

Mittel kürzen

Rund 12,5 Millionen Euro pro Jahr kosten das Forschungszentrum die Tariferhöhung im öffentlichen Dienst, die eine Laufzeit von zwei Jahren hat. Die müssen aus dem laufenden Budget von rund 325 Millionen Euro bezahlt werden. Dies kann zum Beispiel nur durch Werben von Drittmitteln beziehungsweise Einspaarungen erreicht werden. „Es kann aber nicht sein, dass sich Bund und Land damit schmücken, den Forschungsstandort Deutschland zu stärken, dann aber gleichzeitig die Mittel kürzen.“ Für Karl Schultheis bedeutet der Beschluss, die Tariferhöhungen aus dem laufenden Etat zu bezahlen, nichts anderes. „So geht dies nur über Stelleneinsparungen“, machte Jebsen deutlich, dass es gerade der Ausbildungsbereich ist, der darunter zu leiden hat.

Fakt ist, dass das FZJ künftig 30 Lehrstellen weniger besetzen wird. Darunter gehört zum Beispiel der Bereich Mechanik, wo nur noch halb so viele Azubis eingestellt werden. Stark reduziert wird auch im mathematisch-technischen Bereich. Geplante Neubauten werden gestrichen, dringend notwendige Gebäudesanierungen zu den Akten gelegt. „Es kann doch nicht sein, dass hier verstärkt an einer CO 2-Minderung geforscht wird, dann aber aus alten Gebäuden bis zu 60 Prozent Energie entweicht“, sagt Schultheis.

In dieser Meinung erhält er von Dietmar Nietan, Vorsitzender der SPD-Region Mittelrhein, Unterstützung. „Wenn zum Auffangen der Tariferhöhungen Ausbildungsplätze gestrichen werden müssen, dann ist das nicht mehr nachvollziehbar, es ist widersinnig.“

Auch für Liesel Koschorreck ist das ein Unding. „Diese 12,5 Millionen Euro machen eine Budget-Minderung von 4,2 Prozent aus“, so die Landtagsabgeordnete. Dass der Betriebsrat diesbezüglich mit dem Vorstand des Zentrums im Dialog steht, unterstreicht Jebsen. „Aber alles läuft anscheinend darauf hinaus, dass zum Beispiel viele Zeitverträge einfach über das Jahresende hinaus auch nicht mehr verlängert werden.“ Schultheis versprach Unterstützung. „Ich werde eine aktuelle Stunde im Landtag beantragen. Denn es kann nicht angehen, dass die Mitarbeiter ihre Tariferhöhung durch Budgeteinsparungen selbst finanzieren müssen“, versprach der SPD-Besuch, im Landtag Flagge zu zeigen, auf eine Aufstockung der Landes- und Bundeszuschüsse zu drängen. NRW ist zu zehn Prozent, der Bund zu 90 Prozent Anteilseigner der Jülicher Forschungsstätte. (hfs.)

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