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Pressespiegel:

Düren, 30. Oktober 2008
aus "Bonner General-Anzeiger" vom 30.10.2008

Zusätzliches Geld beruhigt nicht

Die SPD-Landtagsabgeordnete Renate Hendricks stößt Diskussion über die Pflegestützpunkte in Bonn an
BAD GODESBERG. Es war ein interessanter Abend fürs Fachpublikum Altenpflege, die Veranstaltung "Fraktion vor Ort", zu der die Bonner SPD-Landtagsabgeordnete Renate Hendricks in die Stadthalle geladen hatte. "Pflege in NRW im Umbruch - Weiterentwicklung der Pflegestützpunkte in Bonn" hieß das Thema. Mit der am 1. Juli in Kraft getretenen Pflegereform hat auch NRW vom Bund die Möglichkeit erhalten, wohnortnahe Stützpunkte für die Spezialberatung Pflegedürftiger und ihrer Angehörigen einzurichten. Bis zu 50 000 Euro Anschubfinanzierung können damit zukünftig pro Einrichtung fließen. "Wir halten diese Pflegestützpunkte für unabdingbar", gab Hendricks nun die Linie der Landes-SPD vor. Ab dem 1. Januar 2009 könne auch Bonn in eine Vorphase eintreten.Die Schulexpertin hatte sich sachkundige Hilfe durch ihre im entsprechenden Ausschuss arbeitende Dürener Kollegin Liesel Koschorrek geholt, die ihre Hoffnung auf die Stützpunkte aber auch mit der Warnung verband: "Es dürfen damit keine Doppelstrukturen aufgebaut werden." Und genau da scheint in der Bundesstadt der Hase im Pfeffer zu liegen. Alle auf dem Podium versammelten Experten betonten, wie ausgezeichnet seit fünf Jahren Bonns acht Stützpunkte Offene Türen für Senioren (SpOTS) in allen Stadtteilen genau auch in diesen Arbeitsfeldern aktiv seien (siehe Kasten). Die qualifizierte Sozialberatung für Senioren werde also schon in allen Stadtteilen von einer hohen Nutzerzahl wahrgenommen, erläuterte Heidi Klose, Sachgebietsleiterin Sozialberatung der Caritas und vom Tannenbuscher Thomas-Morus-Haus aus nun wirklich nah am Puls der Zeit."Ich habe große Sorge, dass mit Einführung von drei geplanten Bonner Pflegestützpunkten Teile der vorbildlichen SpOTS-Arbeit wegfallen müssen", machte Michael Angenfort, Referent Altenhilfe bei der Arbeiterwohlfahrt, aus seinem Herzen keine Mördergrube. Aus dem Publikum kamen ähnliche Befürchtungen. Zumal von Seiten der Pflegekassen Rolf Schmiedner, Leiter der Pflegeabteilung der Barmer Ersatzkasse Bonn, berichtete: "Bei uns allen rumort es kräftig hinter den Kulissen. Wir sind in der Findungsphase." Und auch der von Renate Hendricks immer wieder ins Spiel gebrachte Vertreter der Stadt, Hans-Peter Müller, Abteilungsleiter im Sozialamt, ließ sich nicht recht in die Karten schauen.Einerseits beruhigte er, künftige Bonner Pflegestützpunkte sollten die SpOTS nicht ersetzen, sondern nur ergänzen. Andererseits setzte er den Gedankenspielen in dem Sinne Grenzen, wie sein Amtsleiter Dieter Liminski im Sozialausschuss im August eine große Anfrage der SPD beschieden hatte: "Erst muss ein Konzept her, dann wird über die Finanzierung nachgedacht", so Müller.Warum lasse man die SpOTS nicht bestehen und zweige zusätzliche Mittel in weitere Beratung der ebenso pflegebedürftigen Behinderten im Heinemann-Haus ab, regte Christian Joachimi an. Er ist Behindertenbeauftragter der Stadt und machte sich stark für eine Klientel, "die hier doch schon wieder außen vor zu bleiben droht". Bonn habe schon die nötige Hardware. "Wir sollten auf keinen Fall neue Gebäude schaffen", warnte er.

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