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Pressespiegel:

Düren, 03. Mai 2010
aus "Jülicher Nachrichten" vom 03. Mai 2010

Bleibt Qualität durch das Kibiz auf der Strecke?

Lang ist die Mängelliste in der Arche in Aldenhoven. Landtagsabgeordnete Liesel Koschorreck bietet ihre Unterstützung im Kampf um Verbesserungen an.
Aldenhoven. „Bei uns hat das Kibiz (Kinderbildungsgesetz) zu einem Desaster geführt“, sagt Uschi Dech, Leiterin der Kita „Arche“ am Römerpark. Dennoch will sie „nicht jammern, sondern mit konkreten Zahlen und Beispielen auf den Missstand aufmerksam machen“. Offene Ohren zeigte die SPD-Landtagsabgeordnete Liesel Koschorreck bei der Lagebesprechung mit Trägern, Gruppenleiterinnen, Elternrat und Förderverein in der Tageseinrichtung: „Kämpfen Sie um Ihre Rechte und die Ihrer Kinder. Mich haben Sie an Ihrer Seite. Kinder werden bei uns erste Priorität sein“, versprach die Politikerin ihr verstärktes Engagement.

Die Einrichtung in freier Trägerschaft ist nach Bekunden Dechs ausgerichtet am „positiven Menschenbild, gesunder Ernährung und dem Leben in der Natur und wäre als Firma ein florierendes und gewinnbringendes Unternehmen“. Im Kibiz würden individuelle Konzepte jedoch nicht berücksichtigt. Gut geführte Einrichtungen seien durch die 35- oder 45-Stunden-„Buchung“ in ihrer Qualität reduziert. Eine 25-Stunden-Buchung sei finanziell uninteressant. Lang ist die Liste weiterer Nachteile nach eineinhalbjähriger Erprobungsphase des Kibiz gegenüber dem Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder (GTK): Stunden- und Stellenabbau, längere Öffnungszeiten, mehr Kinder, engere Gestaltungsmöglichkeiten, unflexiblere Haltung den Eltern gegenüber. Je nach „Reichtum“ der Träger würden Erzieher leistungsunabhängig besoldet.

Die evangelische Kirchengemeinde als Träger sähe sich außerstande, die Auswirkungen des Tarifvertrages im öffentlichen Dienst und die Verdi-Tariferhöhung zu erfüllen. Um weiterhin nach dem bewährten sensiblen Konzept arbeiten zu können, verzichten die Mitarbeiterinnen der „Arche“ auf die Anpassung ihrer Gehälter. Zudem seien nur im personellen Bereich Einsparungen möglich. Langfristige Finanzplanungsmöglichkeiten entfielen genauso wie Vertretungen im Krankheitsfall.

Die Leiterin, einst für admini­strative Arbeiten freigestellt, ist wieder als permanente Urlaubs- oder Krankheitsvertretung im Gruppeneinsatz. Bei der Aufnahme von Kindern zählten wirtschaftliche Abwägungen, da der Träger die kompletten Kosten über die Pro-Kopf-Pauschale decken müsse. Anstelle fester Arbeitsverträge würden Zeitverträge je nach Buchung jährlich angepasst. Erfahrene Ergänzungskräfte sollten sich nach Feierabend auf eigene Kosten schulisch weiterbilden. Das Schulkinderhaus „Lapislazuli“ in einem ehemaligen Bauernhoftrakt im Ortskern von Aldenhoven mit nachschulischer Betreuung in verlässlichen Zeiten sei zum Auslaufmodell bis 2012 geworden.

„Wir können die Angebote für Eltern und Kinder nicht mehr in der Form wahrnehmen, wie es immer war. Wir fürchten einen Qualitätsrückschritt und im Schulkinderhaus sogar die Schließung, da Qualität im Kibiz nicht vorgesehen ist“, lautet Uschi Dechs Hilferuf. „Ein ganzer Berufsstand wird diskriminiert“, das empfanden die meisten Teilnehmer der Gesprächsrunde als schlimmsten Nachteil.


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