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Pressespiegel:

Düren, 27. Oktober 2012
aus "Dürener Nachrichten" vom 27. Oktober 2012

Stadthalle: Ampel will „reinen Tisch“

SPD, Grüne und FDP wollen einen Neuanfang mit Beteiligung der Bürger
Düren. Die Dürener Ampelfraktionen wollen reinen Tisch machen. „Endlich aufklären, was gewesen ist“, sagt Grünen-Sprecherin Verena Schloemer. „Endlich wissen, wen man zur Rechenschaft ziehen kann.“

„Wir sind es leid“, sagt Friedhelm Wirges, Vorsitzender des SPD-Ortsverbandes Mitte-West. Spätestens nach dem „DN“-Talk zum Thema Stadthalle in der Pleußmühle habe man sich entschieden. Für den so genannten Heimfall des Stadthallengrundstücks. Was sich hinter dem Spezialausdruck verbirgt, ist das: Im Falle eines Heimfalles würde (gerichtlich) geklärt, wer für den Zustand der Stadthalle verantwortlich ist, ob jemand (finanziell) belangt werden kann, im Grunde: wer die Schuld am schleichenden Verfall des Gebäudes trägt.

SPD, Grüne und FDP wollen – wie schon gestern berichtet – eben diesen Heimfall auslösen und einen entsprechenden Antrag für die nächste Stadtratssitzung am 14. November stellen. Ob die Ampelfraktionen damit durchkommen, hängt davon ab, wie einzelne andere Ratspolitiker abstimmen. SPD, Grüne und FDP haben zusammen 23 Stimmen, für eine Mehrheit benötigen sie drei weitere Stimmen. Die CDU kommt insgesamt auf 24 Politiker, inklusive Bürgermeister Larue, der mitstimmen kann.

Wenn der Heimfall ausgelöst wird, dürfte das derzeit geplante Bauprojekt beerdigt sein. Wie berichtet, will ein Hamburger Investor an der Bismarckstraße ein Hotel samt Geschäftshaus errichten. Vom Gelingen dieses Projekts sind die Ampelfraktionen nicht mehr überzeugt, wie gestern bei einem Pressegespräch im Fritz-Erler-Haus deutlich wurde. Der Inverstor möchte als Ankermieter einen großen Sportmarkt haben. SPD-Fraktionschef Henner Schmidt glaubt nicht, dass die Hamburger da fündig werden, weil die Mieten seiner Ansicht nach zu hoch sind. Ein Konzern wie Decathlon zahle gut acht Euro. Damit sich das Stadthallenprojekt rechne, brauche der Investor 14 bis 16 Euro pro Quadratmeter, sagt Schmidt und beruft sich auf eigene Recherchen in der Branche. FDP-Sprecher Hubert Cremer glaubt überdies nicht, dass sich in Düren ein Hotel dieser Größe tragen würde. Deshalb befürchten die Ampelfraktionen im schlimmsten Fall eine Bauruine und sprechen sich deshalb – wie schon vor einigen Jahren – für den Heimfall aus. Die Parteien versprechen sich dann „klare Verhältnisse“, wie Grünen-Ratsherr Bruno Voß sagte. Danach könnte es einen Ideenwettbewerb für eine Bebauung des Areals geben. Mit oder ohne Stadthalle, „das würde sich dann zeigen“, sagen die Politiker. Danach müsste freilich noch ein Investor gesucht werden, der den entsprechenden Plan umsetzt. In jedem Fall sollten die Bürger beteiligt werden. „Das wäre ein tolles Beispiel für echte Partizipation“, sagte die Dürener SPD-Parteivorsitzende Liesel Koschorreck.

CDU: Heimfall kostet bis zu drei Millionen Euro

CDU-Fraktionschef Stefan Weschke zeigt kein Verständnis für die Pläne der Ampelfraktionen. Im schlechtesten Fall verschlinge der Heimfall drei Millionen Euro an Gerichts- und sonstigen Kosten. „Das kann sich die Stadt Düren nicht leisten.“ Für die Stadtentwicklung sei es ein „herber, nachhaltiger Schlag“, weil das Verfahren Jahre dauern könnte und damit das derzeit geplante Bauprojekt „beerdigt“ werden müsste.

„Wir wollen endlich aufklären, wer für das Desaster an der Stadthalle verantwortlich ist.“

Grünen-Sprecherin
Verena Schloemer

Dokumente:
2012-10-27_DN_Stadthalle

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