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Pressespiegel:

Düren, 10. Oktober 2013
aus "Dürener Nachrichten und Dürener Zeitung" vom 10. Oktober 2013

Düren verändert sich. Was folgt daraus?

Angesichts des demografischen Wandels fordert die Dürener SPD eine Fachkraft, die sich im Rathaus des Themas annimmt
Düren. Weniger Geburten, eine höhere Lebenserwartung, Migration: Die Bevölkerungsstruktur verändert sich. Deshalb fordert die Dürener SPD einen Demografiebeauftragten für die Stadt. Die Kraft soll zunächst ermitteln, wie sich die Einwohnerstruktur in den nächsten Jahrzehnten entwickelt. Dabei ginge es nicht nur um die reinen Bevölkerungszahlen, sondern vor allem darum, was sich daraus ableiten ließe, sagte Liesel Koschorreck, Bürgermeisterkandidatin der SPD. Welche Kindertagesstätten und Schulen wird Düren in Zukunft brauchen? Wie wird sich die Arbeitswelt verändern? Was ist an medizinischer Versorgung notwendig? Wie entwickelt sich die Infrastruktur, etwa Einkaufsmöglichkeiten in den Stadtteilen? Welche Art von Öffentlichem Personennahverkehr wird es in den nächsten Jahrzehnten geben müssen?

Die SPD denkt zunächst nicht daran, eine zusätzliche Stelle zu finanzieren. Wie Fraktionschef Henner Schmidt sagte, könne eine qualifizierte Kraft aus dem Rathaus für acht Stunden in der Woche das Thema Demografie bearbeiten. Der oder die Beauftragte müsse sich intensiv mit den Fachabteilungen im Rathaus (unter anderem Schule, Sport, Kultur, Wohnen) austauschen, um Ziele zu formulieren. Derzeit sei ein ressortübergreifender Austausch nicht in ausreichendem Maß gegeben, sagten die beiden Sozialdemokraten gestern.

Zwar kenne das Schulamt die prognostizierten Schülerzahlen in einem Stadtteil. Es wisse aber nicht, ob etwa ein neues Baugebiet geplant sei oder sonstige Maßnahmen, die die Bevölkerungsstruktur positiv oder negativ beeinflussen könnten.

Als Organisationsvorbild diene das Stellenprofil der städtischen Integrationsbeauftragten, die dem Jugendamt angehört, sich für acht Stunden in der Woche aber um den Bereich der Integration kümmere, so Henner Schmidt. Gute Erfahrungen habe die Stadt Bielefeld mit einer Demografiebeauftragten gemacht. Die Stelle gibt es seit 2005. Die damals erste Fachkraft in NRW soll ihre Arbeit nach Wünschen der SPD in Düren vorstellen. „Die Stadt muss das aber wollen“, sagte Dürens SPD-Chefin Liesel Koschorreck. Sie bezog sich auf ein Konzept des Seniorenbeirates, in dem es um Wünsche älterer Menschen in Düren geht. Das Papier, von ehrenamtlich Tätigen erarbeitet, liege nun in der Schublade. Die SPD hatte schon 2008 ein demografisches Handlungskonzept gefordert. Geschehen sei nichts, sagte Henner Schmidt. Der Antrag der CDU, das städtische Jugendamt um die Bezeichnung „Generationen“ zu erweitern, greife allein zu kurz. „Wir brauchen jemanden, der das Heft in der Hand hält“, sagten die SPD-Politiker. Die Kraft müsse kommunikativ sein, weil es „im Zusammenspiel mit den Ämtern viel zu moderieren gibt“. Fraktionschef Schmidt kann sich einen Sozialplaner vorstellen.

Ob die Stadt die Stelle eines Demografiebeauftragten schafft, entscheidet letztlich der Rat. (inla)

2030: Dürens Bevölkerung schrumpft um 3,7 %

Laut Statistischem Bundesamt schrumpft die Bevölkerung in Deutschland bis 2050 um sieben Millionen auf dann noch 75 Millionen Einwohner. Europaweit soll die Einwohnerzahl nach Schätzungen der Vereinten Nationen um 40 Millionen zurückgehen.

In Düren soll es bis 2030 einen Bevölkerungsrückgang von 3,7 Prozent geben. Diese Zahlen stammen vom Landeamt für Statistik. Derzeit hat Düren (Stand 2011) 88 789 Einwohner.

Während das Durchschnittsalter 2011 bei 42,5 Jahren lag, soll es 2030 bei 46,8 Jahren liegen. In knapp 20 Jahren werden 28 Prozent der Dürener älter als 65 Jahre sein. Derzeit sind es rund 20 Prozent.

Angesichts des demografischen Wandels fordert die SPD einen städtischen Dialog und einen Kooperationsverbund, unter anderem bestehend aus Kirchen, Wohlfahrtsorganisationen, Einzelhandel, Wohnungswirtschaft oder mittelständischer Industrie.


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