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Pressespiegel:

Düren, 11. Dezember 2013
aus "Dürener Nachrichten" vom 11. Dezember 2013

Eine große Torte zum Start der B 56 n

Mit dem Ersten Spatenstich endet eine mehr als vier Jahrzehnte lange Diskussions- und Planungszeit für Dürens Ostumgehung
Düren. Auch wenn gerade ein wenig Nebel herauf gezogen ist und den bis dahin strahlend blauen Himmel ablöst, sagt Paul Larue: „Düren atmet auf!“ Das bezieht der Dürener Bürgermeister nun wirklich nicht aufs Wetter. Er bezieht es auf den Anlass, den es gestern Mittag zu feiern gibt: den Ersten Spatenstich für den Bau der B 56 n.

Mehr als vier Jahrzehnte ist die Dürener Ostumgehung im Gespräch, nun geht es los. Und weil es so lange gedauert hat und zunächst eine erste Brücke an der Sievernicher Straße im Südosten Dürens (nahe Neapco) gebaut wird, sind gestern alle guter Dinge. Die schneidige Kälte kann den Ehrengästen nichts anhaben, zu groß ist die Freude, dass „die Menschen in Düren, vor allem die Anlieger der Schoeller- und Euskirchener Straße nach Jahrzehnten entlastet werden“, wie Bürgermeister Paul Larue sagt. Für die Anwohner bedeutet der Bau der 33,4 Millionen Euro teuren und 6,6 Kilometer langen Umgehung weniger Verkehrslärm und vor allem weniger Schadstoffe. Der Bund bezahlt die Straße. Für die Berliner Regierung redet gestern Thomas Rachel, Staatssekretär im Forschungsministerium. Der Dürener spricht von „einer Verbesserung für alle, für die Menschen, für die Stadt“.

Dort, wo die Zeremonie stattfindet, weht eine Deutschland-Fahne, eine von NRW und eine des Landesbetriebes Straßen NRW. Die Behörde ist Bauherr. Ihr Hauptgeschäftsführer Winfried Pudenz spricht gestern von der „kommenden, effizienten Verkehrsführung für Düren“, NRW-Staatssekretär Gunter Adler von „einem guten Tag für Düren“. Angesichts des Wetters sagt er: „Wir frieren für einen guten Zweck.“

Später schneiden sie alle eine große Torte an. Sie zeigt den Streckenverlauf der neuen Umgehungsstraße und findet häppchenweise ihre Abnehmer. Die B 56 n scheint zu schmecken.

Gekommen ist gestern auch Eberhard Hess, der fast den Namen „Mister B 56 n“ verdient hätte. Der Unternehmer (Krafft Walzen) kämpft als Kopf einer Bürgerinitiative seit vier Jahrzehnten für den Bau der Straße. Als er begrüßt wird, gibt es Beifall. Hess verteilt gelbe Schirmmützen mit der Aufschrift B 56 n. Und auch betroffene Anwohner sind gekommen, etwa August Reiermann, der seit 1965 an der Euskirchener Straße wohnt und unter den Beeinträchtigungen zu leiden hat. Wenn die B 56 n in vier Jahren wie geplant fertig ist, soll die Verkehrsbelastung nicht mehr so groß sein. Statt der momentan 29 000 Fahrzeuge rollen demnächst noch 15 000 über Euskirchener- und Schoellerstraße.

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In den 70er Jahren ging es auch um die A 56

Mit dem hohen Verkehrsaufkommen auf der Schoellerstraße beschäftigte sich die Dürener Politik schon Ende der 1950er Jahre, wie Ratsprotokollen im Stadtarchiv zu entnehmen ist. Den Beschluss für die Umgehung fasste der Rat 1985. In den 1970er Jahren wurde auch über eine A 56 diskutiert, eine Autobahn, die den Raum Euskirchen mit dem Raum Jülich verbinden und östlich an Düren vorbeilaufen sollte. Aufgrund von Protesten einiger Gemeinden starb das Projekt. Von der A 56 hätte Düren profitiert. Die B 56 n wurde damals parallel gefordert.



Angemerkt

Steter Tropfenhöhlt den Stein
Ingo Latotzki



Was lange währt, wird endlich gut. So könnte die mehr als vier Jahrzehnte alte Geschichte zur B 56 n überschrieben werden. Über diese Zeitstrecke hat eine Bürgerinitiative, angeführt vom Dürener Unternehmer Eberhard Hess, für die Ostumgehung gekämpft. Zuletzt hat die BI mit prägnanten gelben Schildern an Schoeller- und Euskirchener Straße auf die B 56 n aufmerksam gemacht. Die Schilder werden nun abmontiert. Eberhard Hess kann sich und seine Mitstreiter als Sieger sehen. Das Motto: „Steter Tropfen höhlt den Stein“ ist in diesem Fall keine leere Phrase. Zuletzt hat auch der Einsatz der Dürener Bundestagsabgeordneten Rachel, Nietan und Krischer in Berlin dazu beigetragen, dass die Umgehung weiter vorankam. Das gemeinsame Vorgehen könnte Schule machen für andere Projekte, von denen die Region profitiert. Bürgermeister Paul Larue, der sich im Lauf der Zeit – wie andere – auch einsetzte, erinnerte sich gestern beim Spatenstich, wie lange der anfangs in der Dürener Politik umstrittene Bau schon Thema ist. Das gilt – fast ähnlich lange – auch für eine nordwestliche Umgehung um die Stadt: Die B 399 n. Dass sie jemals kommt, ist unwahrscheinlich. Sicher wäre sie wünschenswert, sie ist aber derzeit nicht zu finanzieren und vor allem politisch auch kaum durchzusetzen.
i.latotzki@zeitungsverlag-aachen.de

Original-Zeitungsartikel


Dokumente:
2013-12-11_aus-DN-B56n

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