Seitenanfang

Hauptnavigation




Zusatzinformationen

Liesel Koschorreck auf Facebook


Hauptinhaltsbereich

Pressespiegel:

Düren, 05. Juni 2014
aus "Dürener Nachrichten" vom 5. Juni 2014

Düren steht nach 15 Jahren vor einem Machtwechsel

SPD, Grüne, Linke und FDP wollen eine Koalition eingehen. Sie hat eine Stimme mehr als die CDU und die anderen Ratsmitglieder
Düren. Nach 15 Jahren steht die Stadt Düren vor einem Machtwechsel. SPD, Grüne, Linke und FDP wollen eine Koalition eingehen und die CDU, die 1999 an die Macht gekommen ist, ablösen, wie Parteisprecher gestern sagten. Dieses „große Ampelbündnis“ hätte im Stadtrat die Mehrheit von einer Stimme. Zusammen kommen die vier Parteien auf 26 Stimmen, von 51 möglichen.

In der kommenden Woche soll die Zusammenarbeit weiter besiegelt werden, wie SPD-Fraktionschef Henner Schmidt den „DN“ sagte. Bisher hätten „sehr konstruktive Gespräche“ stattgefunden, sagte Schmidt. Grünen-Fraktionsvorsitzende Verena Schloemer sieht das ähnlich und sprach von einer guten Basis für eine Koalition. Deshalb sagten die Grünen auch ein bereits geplantes Gespräch mit der CDU über eine etwaige Zusammenarbeit ab. „Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt kon-traproduktiv“, so Schloemer. Sollte die große Ampel wider Erwarten doch nicht zustande kommen, könnten Gespräche mit der CDU anberaumt werden, sagten Schloemer und Schmidt unabhängig voneinander. „Enttäuscht“ äußerte sich CDU-Parteichef Thomas Floßdorf zur gestern bekannt gewordenen Entwicklung. „Unser erstes Gespräch mit den Grünen war vielversprechend verlaufen.“ Die CDU werde sich nun mit ihrer Rolle abfinden und dennoch „gestaltend tätig sein“. Floßdorf: „Wir werden das Bündnis genau beobachten und schauen, wie lange es hält.“ Die CDU sehe sich nicht als Oppositionspartei, „weil wir mit mehr als 40 Prozent eine klare Mehrheit im Rat haben“.

Eine große Ampel hätte für Bürgermeister Paul Larue Konsequenzen; der Chef des Dürener Rathauses hätte nach 15 Jahren als CDU-Mitglied keine eigene Mehrheit im Rat mehr hinter sich. Larue sagte gegenüber den „DN“, noch gebe es das Bündnis nicht offiziell. Er frage sich, welcher Kit einen solchen Zusammenschluss halte. Sachpolitik sei es offenbar nicht, eher Machtpolitik. Der SPD ginge es wohl nur darum, „alles der Kandidatur von Liesel Koschorreck unterzuordnen“. Die Dürener SPD-Vorsitzende will im Herbst 2015 als Bürgermeister-Kandidatin antreten. Gegen Paul Larue, der gestern nochmals bekräftigte, wieder Dürener Bürgermeister werden zu wollen. „Ich hoffe für die Zukunft auf eine sachliche Zusammenarbeit“, sagte Larue. Angesichts der bevorstehenden Aufgaben sei ein Miteinander wünschenswert, „so wie es in der Vergangenheit öfter praktiziert worden ist“. Larue nannte die Zustimmung zum Masterplan für die Innenstadt oder die Verabschiedung des Haushaltes.

Für SPD-Fraktionschef Schmidt ist die konstituierende Ratssitzung nächsten Mittwoch ein „erstes Signal“, ob das neue Bündnis steht. Dann geht es um die strittige Wahl stellvertretender Bürgermeister. (inla)


&9654; Angemerkt

Chance und Risiko
Ingo Latotzki

Aus Sicht der SPD, die mit 32,4 Prozent bei der Kommunalwahl zweitstärkste Kraft hinter der CDU (40,9) wurde, ist eine Koalition mit Grünen, Linken und FDP eine geeignete Möglichkeit, in Düren die Macht zu übernehmen. Parteichefin
Liesel Koschorreck will im Herbst 2015 Bürgermeisterin werden. Wäre die SPD eine Koalition mit der CDU eingegangen, hätte Koschorreck Probleme gehabt, aus dieser Konstellation heraus ein echtes eigenes Profil gegen CDU-Amtsinhaber Paul Larue zu entwickeln. Allerdings birgt auch die große Ampel Risiken. Sollte das Bündnis, das unter anderem auf die bemerkenswerte Zusammenarbeit zwischen Linken und FDP setzt, in den nächsten Monaten größere interne Schwierigkeiten haben oder gar zerbrechen, wäre das nicht von Vorteil für die designierte Kandidatin Koschorreck. Die große Ampel hätte es aber genauso in der Hand, lange am Ruder zu sein. Nur sie allein könnte sich selbst das Stoppzeichen „rot“ setzen. Die CDU wird sich als Mehrheitsfraktion – nach Stand der Dinge – daran gewöhnen müssen, nach 15 Jahren nicht mehr den Ton anzugeben. Zu wünschen ist Düren eine sachorientierte und finanzierbare Politik, allein schon, weil die Stadt vor großen Herausforderungen steht.


Zum Seitenanfang