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Pressespiegel:

Düren, 28. August 2015
aus "Dürener Nachrichten" vom 28. August 2015

„Miteinander reden, nicht übereinander“

Liesel Koschorreck will als Kandidatin der „Ampel“ Dürener Bürgermeisterin werden. Über ihre Motivation, Ziele und Ideen.
Düren. Liesel Koschorreck fühlt sich „fit und gut vernetzt“. Politik sei eine „Herzensangelegenheit“, sie wolle etwas bewegen und gestalten. Sie spricht von Leidenschaft. Innerhalb weniger Sekunden sagt sie das, sicher auch, weil sie es nicht zum ersten Mal sagt. Die Frage, warum sie Bürgermeisterin von Düren werden möchte, hat sie öfter gehört in letzter Zeit. Manchmal schwang der Unterton mit, warum sie sich das antue, sagt sie.

Liesel Koschorreck, 63, ist ehemalige Landtagsabgeordnete und heute Dürener SPD-Chefin. Wenn sie sich am 13. September gegen Amtsinhaber Paul Larue (CDU) und Bernd Essler (AfD) durchsetzen sollte, wird sie einen Job übernehmen, der sie voll in Anspruch nimmt: Sie wäre dann Chefin im Dürener Rathaus, erste Repräsentantin der Stadt und – natürlich – auch Leiterin der wichtigsten politischen Gremien, allen voran: des Stadtrats.

Das alles weiß sie. „Kein Problem“, sagt sie. „Ich kann mir ein Leben ohne Politik derzeit nicht vorstellen“, das sagt sie auch. Sie habe den Anspruch, den Job des Bürgermeisters „besser zu erledigen als Paul Larue“.

Ihre Partei, die SPD, hat seit 16 Jahren keinen Bürgermeister mehr in Düren gestellt. Die SPD ist aber seit dem vergangenen Jahr wieder an der Macht in Düren – gemeinsam mit den Grünen, der FDP und der Linken. Das ist im ganzen Land eine ziemlich einmalige politische Konstellation. Liesel Koschorreck ist alleinige Kandidatin dieser Koalition, die sich selbst „Ampel Plus“ nennt, vom politischen Gegner, vor allem: der CDU, aber gerne als „rote Ampel“ tituliert wird.

Seit die Koalition 2014 die CDU-Mehrheit im Rat nach 15 Jahren abgelöst hat, ist manch deftige Schlacht geschlagen worden in den politischen Gremien. Die „Ampel“ will die Wirtschaftsförderung umkrempeln, neue Gewerbegebiete schaffen, den Masterplan, eine Art Gebrauchsanweisung für die Innenstadtgestaltung, umsetzen und das Bahnhofsumfeld neu gestalten. Zudem soll die Schullandschaft durchleuchtet und neu bewertet werden. Dass darüber die Stadtteile nicht aus dem Blick geraten, sei für sie eine Selbstverständlichkeit, sagt Koschorreck. „Die Menschen müssen das Notwendige vor Ort haben.“ Und, natürlich, müssten die kleinen Ortsteile besser mit Bussen zu erreichen sein, alles unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit. Das ist ein Schnelldurchlauf durch ihre politischen Ziele. Bei der Umsetzung laute ihre Maxime: Sorgfalt vor Schnelligkeit. Deshalb würde der von der „Ampel“ in Auftrag gegebene und im Entwurf längst vorliegende Schulentwicklungsplan erst nach der Wahl vorgestellt und diskutiert. Wie schon beim Thema Stadthalle soll ein so genannter „Runder Tisch“ sich mit der Zukunft der Dürener Schullandschaft beschäftigen. Mit Blick auf die Hauptschulen sei das dringend notwendig, sagt sie. „Wir können nicht abwarten, bis die Schulen von der Bezirksregierung geschlossen werden, deshalb müssen wir uns frühzeitig Gedanken machen.“

  • „Richtung vorgeben“

    Reden. „Und zwar miteinander und nicht übereinander“, sagt sie. Über das Reden spricht sie oft und gerne. Wenn sie Chefin der Dürener Stadtverwaltung mit alles in allem knapp 1000 Beschäftigten würde, wolle sie viel über Gespräche erreichen. Sie sieht sich als jemanden, der zwar die Richtung vorgibt, aber nicht im Alleingang. Im Rathaus arbeiteten gute Dezernenten, Amts- und Abteilungsleiter. Mit ihnen wolle sie überlegen, welche Projekte entwickelt und umgesetzt werden könnten. Informieren, diskutieren, abwägen, entscheiden – das sei ihr Weg. Sie habe „Respekt vor der Aufgabe“, aber vor allem habe sie den Willen, den Job zu machen. Natürlich spricht sie auch über die Flüchtlingsproblematik. Menschen in einer Turnhalle unterzubringen, sei „unwürdig“, sagt sie. Derzeit leben 150 Flüchtlinge in einer Erstaufnahmestelle an der Cornetzhofschule in Rölsdorf. Aber es gäbe momentan keine Alternative zur Sporthalle. Die Verwaltung suche engagiert nach anderen Möglichkeiten. Dass ihre Parteifreundin Hannelore Kraft als Ministerpräsidentin zu verantworten hat, dass Kommunen nur rund 30 Prozent ihrer Kosten für die Flüchtlingsunterbringung erstattet werden, weiß sie. Koschorreck verweist auf die knappe Finanzlage in NRW und sagt: „Wir hätten auch gerne mehr.“ Dann spricht sie über die „große Leistung der Ehrenamtler, die sich vorbildlich für die Asylbewerber einbringen.“ Davor habe sie höchsten Respekt. Dieses „hohe Gut“ müsse gepflegt werden, sagt sie. „Ich habe Angst, dass die Stimmung sonst schnell kippen kann.“

    Gaststätte der Eltern als gute Lebensschule

    Liesel Koschorreck, Jahrgang 1952, ist in Düren geboren; sie wuchs in Binsfeld auf. In der Gaststätte ihrer Eltern wurde der Grundstein zu ihrer „späteren Leidenschaft, der Politik gelegt“, sagt sie. Sie habe dort gelernt, ungezwungen mit Menschen „allen Alters in Kontakt zu treten“.

    Sie machte die Mittlere Reife auf der Angela-Schule und einen Abschluss als IHK-Sekertärin. Die ausgebildete Rechtsanwaltsgehilfin saß für die SPD im NRW-Landtag. Sie mag den Karneval und laut ihrer Homepage Spaziergänge an der Rur. Sie lebt in Birkesdorf.

  • „Ich habe Angst, dass die Stimmung mit Blick auf die Flüchtlinge kippen kann.“
    Bürgermeisterkandidatin
    Liesel Koschorreck




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